Ist Corona die wirkliche Gefahr am Finanzmarkt oder eher die Inflation?

Ist Corona die wirkliche Gefahr am Finanzmarkt oder eher die Inflation?

Anfang letzter Woche verzeichneten die Börsen starke Rückgänge aufgrund neuer Corona-Sorgen. Ist dies die tatsächliche Gefahr, oder welche Rolle könnte die Inflation spielen?

Die letzte Oktoberwoche begann an den weltweiten Börsen sehr negativ. Auch der DAX musste tagelang kräftige Abschläge hinnehmen. Grund dafür waren die zu dem Zeitpunkt vorhandenen Spekulationen um einen neuen Lock-Down und die damit verbundenen Sorgen um die eigene Wirtschaftsleistung. Doch ist dies die tatsächliche Hauptgefahr?

Corona und die Börse

Bis zuletzt schien es so, als ob der Finanzmarkt komplett vom Empfinden der Corona-Politik entkoppelt ist. Die Kurskorrektur an den Märkten im Frühjahr wurde anschließend in einem beeindruckenden Tempo wieder nahezu vollständig aufgeholt. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Börse gerne die Zukunft handelt; sogar Vorlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Ob die Börse nun damit richtig liegt, lässt sich zweifelsohne nicht sagen. Niemand kann verlässlich prognostizieren, wie lange die Pandemie noch anhält. Dem gegenüber stehen jedoch Politik und Notenbanken bereit, die alles dafür tun werden, um die funktionierenden Strukturen aufrecht zu erhalten. Im Vergleich zur Finanzmarktkrise 2008 wurden die Probleme selbst gemacht und bestehende Strukturen zerstört. Heutzutage sorgt die Pandemie als externer Faktor auf die Börsen. Bis heute sind die Strukturen größtenteils in Takt – dieses gilt es zu halten.

Börsenentwicklung in Verbindung zunehmender Staatsverschuldung

Am 16.03.2016 legte die europäische Zentralbank den Zins auf 0% fest. Bis heute folgten viele weitere Unterstützungsmaßnahmen in Form von Anleihenkäufe und Rettungsprogrammen. Der niedrige Zins sorgte zunehmend für mehr Alternativlosigkeit auf dem Finanzmarkt, was die Aktienkurse über Jahre hinweg beflügelte. Nach Beendigung der Finanzkrise folgten viele Jahre mit einer positiven Entwicklung an den Börsen. Das Drucken von Geld ist längst zur Mode geworden.

Die bislang hohe Staatsverschuldung nimmt jedoch aktuell weiter rasant zu. Der Staat gibt Geld aus und er bekommt es durch die Ausgabe von Anleihen, die die Notenbank kauft. Die Notenbanken können sich jedoch hingegen unbegrenzt überschulden. Japan macht dies übrigens bereits seit 1999 erfolgreich. Das ist also keine große Gefahr, sofern die Inflation niedrig bleibt.

Inflation als eigentliches Risiko

Stellen Sie sich vor, die massive Geldflut würde in der Wirtschaft voll durchschlagen. Wenn die Nachfrage nach Waren & Dienstleistungen massiv steigen würde, hätte das zur Folge, dass die Preise anziehen. Die Folge darauf wäre eine deutliche Inflation. Wenn die Notenbanken mit der expansiven Politik weitermachen würden, hätte das zur Schlussfolgerung, dass die Inflation zusätzlich befeuert wird. Als Gegenmaßnahme wäre dann lediglich eine teils deutliche Zinserhöhung möglich, wodurch dann aber Staaten und Unternehmen unter der steigenden Schuldenlast zusammenbrechen würden.

Historische Staatsverschuldung von Deutschland, USA und Japan in Vergleich – ausgedrückt in Prozent des Bruttoinlandsproduktes

Ist Corona die wirkliche Gefahr am Finanzmarkt oder eher die Inflation?

Crash bei den Technologiewerten?

Die Technologieaktien laufen wie verrückt. Sie profitieren von Corona und es werden echte Durchbrüche erzielt. Hierzu könnten neue Wertschöpfungsketten entstehen, die womöglich das Gegengewicht zur Verschuldung bieten. Einige Anleger befürchten hingegen einen ähnlichen Crash wie im Jahr 2000, doch ist die Sorge gerechtfertigt?
Zur Jahrtausendwende steckten die Technologiewerte noch in den Kinderschuhen. Die Anleger haben eher darauf spekuliert, dass die Technologieunternehmen irgendwann ordentliche Gewinne erwirtschaften. Dieses war dann seinerzeit doch nicht gegeben und stellt einen gravierenden Unterschied zu heute dar. Darüber hinaus gab es als Alternative noch einen Zins, der um die 5% bis 6% lag. Damit hat man auch die hohe Inflation bekämpft, die heutzutage kaum ausgeprägt ist.

Ein Crash bei den Technologiewerten wird also nicht vermutet. Trotz der gestiegenen Kurse empfinden wir die Aktien nicht als zu teuer. Hierbei muss man die Bewertung der Unternehmen genauer betrachten, also das Verhältnis zwischen dem Börsenwert und den Unternehmensgewinnen. Wer das tut, wird schnell feststellen, dass in den vergangenen Jahren nicht nur die Kursgewinne gestiegen sind, sondern auch deren Gewinne. Hinzu kommt die Alternativlosigkeit. Durch die zementierte 0%-Politik, die durch Corona noch stärker verfestigt wurde, gewinnen die Aktien in Relation zur Zinsanlage weiter an Attraktivität.

Wie geht es an der Börse weiter?

Damit die Börse zusammenbricht und es zu einem weiteren Crash kommt, müsste die ganze Weltkonjunktur zum Erliegen kommen. Corona und die bevorstehende US-Wahl (siehe Blog vom 21.10.2020) werden womöglich einen kurzzeitigen Einfluss auf die Börsen haben. Die Rücksetzer an den Börsen bieten jedoch auch immer mal wieder Kaufgelegenheiten. Sollte es der Politik gelingen uns gut durch die schweren Zeiten zu führen und bestehende Strukturen erhalten, bleibt der Trend grundsätzlich aufwärtsgerichtet.

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