Deflation als eigentliche Gefahr – fallen die Preise bald wieder?

In unserem Blog vom 4. Februar 2021 sind wir ausführlich auf das Thema Inflation eingegangen. Mittlerweile ist diese voll angekommen, so entnimmt man das jedenfalls den Medien. Droht uns nun eine bleibende, hohe Inflation oder sind die steigenden Preise eher nur kurzfristig? Eine mögliche bevorstehende Deflation könnte gefährliche Folgen für die Wirtschaft haben.

Die Inflation ist wieder da – und sie macht vielen Angst

Jahrelang stagnierten die Preise und waren zu Beginn der Pandemie 2020 zeitweise sogar gesunken. In kürzester Zeit hat sich diese Situation völlig geändert. Nach der Krise sprang die Nachfrage nach vielen Produkten und Rohstoffen und Energieträgern an, das Angebot ist unterdessen wegen unterbrochener Lieferketten teilweise stark eingeschränkt. In der Folge schießen die Preise in die Höhe. Die Bundesbank rechnet zum Ende dieses Jahres mit einer Teuerungsrate von möglicherweise mehr als vier Prozent. In den USA hat der Anstieg der Verbraucherpreise bereits die Schwelle von mehr als fünf Prozent deutliche überschritten.

Wie konnte die Inflation so schnell zurückkommen?

An den Märkten sieht man außergewöhnliche Daten in allen Bereichen, ob bei Inflation oder z.B. dem Wachstum. Vieles was mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft zu tun hat ist die steigende Mobilität der Menschen, einhergehend mit steigenden Kosten aller Arten. Jetzt kommt es, auch ausgelöst durch eine sensationell schnelle Entwicklung und Produktion eines Impfstoffes, zu einem globalen Aufschwung, zu extremen Engpässen bei Produktion und Transport – und zu extremen Preisverwerfungen. Unterfüttert wird dieses noch von einer biblischen Flut an Rettungsmaßnahmen von Staat und Notenbanken.

Was passiert in 12 Monaten?

Die Märkte blicken bis zu einem Jahr in die Zukunft und da könnte sich Seltsames vollziehen. Was passiert, wenn sich die Produzenten auf die erhöhte Nachfrage eingestellt und die Transportunternehmen ihre Kapazitäten ausgeweitet haben, allein schon, um von den aktuellen seltenen Gewinnmöglichkeiten zu profitieren? Was passiert mit den Preisen, wenn man Juli 2021 mit den Juli 2022 vergleicht? Die Frachtraten auf hoher See haben sich binnen einer Jahresfrist teilweise versechsfacht, Energiepreise verdreifacht. Was passiert mit solchen Preisentwicklungen, die teilweise einen exponentiellen Verlauf genommen haben? Da kann einem schon der Gedanken kommen, dass nach solch einem Anstieg ein vergleichbarer Absturz erfolgt.

Ein Beispiel ist der deutlich gestiegene Hersteller- und Rohstoffpreise für Bauholz. Das hatte die Inflationserwartungen zuletzt angeheizt. Die Preise fangen jedoch wieder an zu sinken.

Darüber hinaus argumentieren einige Ökonomen, dass Schulden langfristig einen deflationären Effekt haben. Die aktuelle Rekordschuldenaufnahme sowohl der öffentlichen, als auch der privaten Unternehmen und Haushalte unterstützt von den „Geld druckenden“ Notenbanken werde die Inflation anheizen. Das hat sich seit Beginn der ultralockeren Geldpolitik nicht bewahrheitet. Im Gegenteil wirken die hohen Schuldenstände langfristig sogar deflationär. Spätestens dann, wenn die – vor allem von deutschen Politikern angestrebte – Rückführung der Schuldenstände das Geldangebot im Finanzsystem verkleinert.

Dazu kommt, dass die Gesellschaft weiter altern wird. Das geht mit niedrigeren Konsumausgaben und höheren Sparquoten – zins- und preisdämpfenden Effekten – einher.

Zuletzt sei noch die technologische Entwicklung aufgeführt, ein Faktor, der die Preisentwicklung bereits seit Jahrzehnten dämpft. In vielen Bereichen haben Unternehmen ihre Effizienz währen der Pandemie gesteigert, indem sie etwa die Digitalisierung vorangetrieben haben.

Schubkarre, Dollar, Mensch, Geld

Warum ist Deflation so gefährlich?

Die Erwartung sinkender Preise hemmt nicht nur den Konsum, sondern auch Investitionen und die Bereitschaft etwa Löhne zu erhöhen. Der gesamte Wirtschaftskreislauf droht ins Stocken zu geraten. Gleichzeitig wächst bei sinkenden Einnahmen der Wert von Schulden. Die Belastung privater und öffentliche Schuldner nimmt immer weiter zu.

Diese Gedanken kommen sicherlich sehr früh und fast etwas zur Unzeit – was an der Börse aber oft nicht verkehrt ist. Sollte obiges Szenario tatsächlich eintreten – nämlich deflatorische Tendenzen – hätten die Notenbanken nicht erst recht ein Problem. Denn vor dieser Sachlage fürchtet man sich mehr als vor hoher Inflation! Die Notenbanken hätten in einem solchen Fall keine vollen Instrumentenkasten, von dem sie gerne sprechen. Die Handlungsmöglichkeiten um eine Deflation zu bekämpfen, sind stark eingeschränkt. Bereits ein leichter Preisrückgang oder die Erwartung sinkender Preise ist schon fatal für die Wirtschaft.

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