Was passiert, wenn die Inflation kommt?

Wenn die Inflation steigt, dann steigt in der Regel auch die Anzahl der Menschen, die sich nach einer geeigneten Anlage umsehen, die sie vor der Inflation schützt.

Aktuell ist die Angst von einer Inflation sehr verbreitet, was vor allen an der expansiven Geldpolitik liegt. Aktien können hier als Inflationsschutz dienen.

Seit fast 10 Jahren herrscht in der Zinswelt „Frost“ – man kann inzwischen auch von „Permafrost“ sprechen. Damit ist gemeint, dass die Zinsen bereits seit einer Ewigkeit sehr niedrig sind und diese Situation auch voraussichtlich dauerhaft anhält. Durch Corona ist dieses Szenario noch bekräftigt worden, da Politik und Notenbanken expansiv weiteres Geld in den Umlauf gegeben haben. Aufgrund dieser Vorgehensweise ist die Angst vor einer bevorstehenden Inflation sehr hoch. Denn ein Zusammenhang ist klar: Steigt die Geldmenge, so steigen vielfach auch die Preise für Waren und Dienstleistungen.

In der Theorie werden sehr häufig Aktien im Allgemeinen als Inflationsschutz empfohlen. Diese Aussage ist jedoch mit etwas Vorsicht zu genießen, dennoch hat sie einen wahren Kern. Um nachvollziehen zu können, welche Unternehmen in Zeiten einer zu erwartenden Inflation ein gutes Investment sein können, muss man sich ansehen, welche Auswirkungen die Inflation auf Aktien hat.

Welche Auswirkungen eine Inflation haben kann

Wenn man sich für eine Aktie entschieden hat, kann sich diese auch während der steigenden Inflation gut entwickeln. Schließlich besitzt man mit den Aktien Anteile am Unternehmen, also an den Sachwerten und dem Knowhow.

Sollte das Geld hingegen unverzinst auf der Bank liegen, so bleibt die nackte Zahl als solches betrachtet zwar unverändert, jedoch kann man durch die Inflation praktisch dabei zusehen, wie sich der Wert verringert.

Bei einem fiktiven Vermögen in Höhe von 100.000€, einer unterstellten Inflation von 2% und keinerlei Guthabenzinsen, verliert man im Jahr 1.960,78€ an Kaufkraft. Nach einem Jahr sind die 100.000€ in Wirklichkeit nur noch 98.039,22€ wert. Diese lässt sich auch über einen längerfristigen Zeitraum einfach berechnen:

LaufzeitKaufkraftverlustRealkapital
1 Jahr1.960€98.039€
3 Jahre5.767€94.232€
5 Jahre9.426€90.573€
10 Jahre17.965€82.034€

Eine Inflation im normalen Rahmen kann zudem ein Motor für die Wirtschaft sein. Die Konsumenten neigen dazu, das Geld heute auszugeben, bevor die Preise morgen steigen. Dadurch können Unternehmen die Produktion und den Absatz steigern und es ist somit mit steigenden Kursen zu rechnen.

Wie hoch ist die Inflation tatsächlich?

Die aktuelle Inflationsrate liegt genau bei 1%. Die Inflationsrate berechnet sich aus dem Preisanstieg bestimmter Waren und Dienstleistungen, für die ein durchschnittlicher Endverbraucher in Deutschland im Jahresverlauf Geld ausgibt. Dieser zugrunde liegende Produktwarenkorb wird durch das Statistische Bundesamt definiert. Hierin enthalten sind unter anderem Ausgaben für Lebensmittel, Bekleidung, Miete, Strom, Telekommunikation, Freizeitausgaben und Rohstoffe (bspw. Benzin, Heizöl) sowie staatliche Gebühren und Steuern.

Ein Ziel der Zentralbank ist es, die Inflation auf rund 2% zu bekommen bzw. zu halten.

Inflation, Grafik, Statistik
Quelle: Statistisches Bundesamt © Statista 2021

Die Geldentwertung hängt jedoch nicht von einem Warenkorb oder vom Ölpreis ab, sondern von einer übermäßigen Ausweitung des Geldumlaufs im Verhältnis zur Produktion, oder – allgemeiner gesagt – zur gesamten Wirtschaftsleistung eines Landes oder eines Währungsraumes.

Steigt der Geldumlauf gleich schnell wie die Wirtschaftsleistung eines Landes, ist sozusagen alles im Lot und es herrscht theoretisch keine Geldentwertung, da allem neuen Geld auch neue Wirtschaftsgüter (Waren oder Dienstleistungen) gegenüberstehen. Steigt jedoch die umlaufende Geldmenge stärker als das Angebot an neuen Wirtschaftsgütern, verteilt sich mehr Geld auf die vorhandenen Waren und Dienstleistungen, deren Preise dann früher oder später steigen.

Zusammengefasst kann man sich der wahren Inflation bzw. der wahren Entwertung des Euros mit folgender einfachen mathematischen Gleichung nähern:

Wahre Inflation = Geldmengenwachstum abzüglich Wirtschaftswachstum

Beispiele: Steigt die Geldmenge um fünf Prozent, und wächst gleichzeitig die Wirtschaft um fünf Prozent, so ergibt unsere Gleichung

Wahre Inflation = 5 % – 5 % = 0 %

Zweites Beispiel: Die Geldmenge steigt nun übermäßig um sechs Prozent, während die Wirtschaft nur um einen Prozentpunkt steigt:

Wahre Inflation = 6 % – 1 % = 5 %

Die vereinfachte Gleichung, die z. B. die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes nicht berücksichtigt, stellt also den beschriebenen Zusammenhang im Kern korrekt dar. Die Inflation ist also direkt abhängig von der Ausweitung der Geldmenge.

Auf die Wahl der richtigen Aktien kommt es an!

Aktien gelten nicht alle gleichermaßen bei einer steigenden Inflation als Gewinner. Im umgekehrten Fall war dieses auch in der Pandemie erkennbar. Für jedes Szenario gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer.

Bei einer zu erwartenden ansteigenden Inflation, ist es beispielsweise empfehlenswert, auf Aktien von marktführenden Unternehmen zu setzen. Diese Firmen sind durch ihre Macht tendenziell eher in der Lage, höhere Preise für Ihre Produkte durchzusetzen und damit der Inflation entgegenzuwirken.

Weiterhin ist zu beachten, dass die Inflation nicht auf der gesamten Welt im gleichen Umfang auftritt. Somit können Unternehmen, die global aufstellt sind, die bessere Wahl sein. Mögliche Gewinnrückgänge in einem Teil der Welt, können durch Gewinne an anderen Orten wieder kompensiert werden.

Zusätzlich ist es ratsam darauf zu achten, dass diese Unternehmen keinen übermäßigen Investitionsbedarf haben. Hightech-Firmen müssen ihre Anlagen stets auf dem aktuellen Stand haben um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Weitere Argumente könnten bei der Auswahl von Aktien eine geringe Verschuldung und eine weitestgehende Unabhängigkeit vom Konjunkturzyklus sein.

Rechtlicher Hinweis

Diese Veröffentlichung dient unter anderem als Werbemitteilung.Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen und zum Ausdruck gebrachten Meinungen geben die Einschätzungen der HACKENBERG CONSULTING GmbH zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Angaben zu in die Zukunft gerichteten Aussagen spiegeln die Zukunftserwartung der HACKENBERG CONSULTING GmbH wider, können aber erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnissen abweichen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann keine Gewähr übernommen werden. Der Wert jedes Investments kann sinken oder steigen und Sie erhalten möglicherweise nicht den investierten Geldbetrag zurück.

Diese vorstehenden Darstellungen der HACKENBERG CONSULTING GmbH dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen insbesondere kein Angebot oder eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes noch einen Rat oder eine persönliche Empfehlung bezüglich des Haltens, des Erwerbs oder der Veräußerung eines Finanzinstruments dar. Sie beinhaltet keinen Rat oder persönliche Empfehlung bezüglich des Haltens, des Erwerbs oder der Veräußerung eines Finanzinstrumentes. Die HACKENBERG CONSULTING GmbH empfiehlt, sich vor Abschluss eines Geschäftes kunden- und produktgerecht und unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Vermögens- und Anlagesituation beraten zu lassen und Ihre Anlageentscheidung nicht allein auf diese Veröffentlichung zu stützen.

Soweit in dieser Ausarbeitung Aussagen über Preise, Zinssätze oder sonstige Indikationen getroffen werden, beziehen sich diese ausschließlich auf den Zeitpunkt der Erstellung der Ausarbeitung und enthalten keine Aussage über die zukünftige Entwicklung, insbesondere nicht hinsichtlich zukünftiger Gewinne oder Verluste.

Diese Veröffentlichung unterliegt urheber-, marken- und gewerblichen Schutzrechten. Eine Vervielfältigung, Verbreitung, Bereithaltung zum Abruf oder Online-Zugänglichmachung (Übernahme in andere Webseite) der Veröffentlichung ganz oder teilweise, in veränderter oder unveränderter Form ist nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von der HACKENBERG CONSULTING GmbH zulässig.

Die Anlageberatung und Anlagevermittlung (§ 2 Abs. 2 Nr. 3 und 4 WpIG) bieten wir Ihnen ausschließlich als vertraglich gebundener Vermittler gemäß § 3 Abs. 2 WpIG für Rechnung und unter der Haftung der NFS Netfonds Financial Service GmbH, Heidenkampsweg 73, 20097 Hamburg (NFS) an. Die NFS ist ein Wertpapierinstitut gem. § 2 Abs. 1 WpIG und verfügt über die erforderlichen Erlaubnisse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage im Impressum.

Hinweis: Grafiken und Bilder wurden von Pixabay eingefügt.

Angaben zu historischen Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.© 2021 HACKENBERG CONSULING GmbH. Alle Rechte vorbehalten