Die große Angst vor dem Crash!

Viele der weltweiten Börsen haben in den letzten Wochen Allzeithöchststände erreicht. „Jetzt müssen die Märkte doch einbrechen“ – sagen sich viele Anleger.

Hinzu kommen weitere vermeintliche Risiken wie die zuletzt gestiegenen Anleihezinsen.

Sorgen der Investoren sind manchmal sogar eher ein Grund zur Beruhigung als ein Warnsignal – auch wenn das paradox klingen mag.

Doch was sind die aktuellen ausgeprägten Sorgen der Anleger? Sind diese Sorgen begründet? Welche weiteren Risikofaktoren sollte man aktuell im Auge behalten?

In diesem Blog-Beitrag gehen wir gezielt darauf ein und teilen unsere Meinung mit Ihnen.

Hohe Kurse

Die Kurse eilen von einem Allzeithoch zum Nächsten. Daher müssen die Kurse doch nun einbrechen, so vermuten viele Anleger. Wenn man alleine dieser Theorie glaubt, sollte man in der Wüste Regenauffangbecken installieren. Vermutlich ein sicheres Geschäft, da es in der Wüste auch schon lange nicht mehr geregnet hat.

Woran macht man es fest, ob Aktien teuer sind und nun fallen müssten? An den Indexständen wie z.B. dem DAX? Die sind jedoch kaum von Bedeutung. Zweifelsohne sind die Kurse in den vergangenen 10 Jahren zum Teil deutlich gestiegen, die Unternehmensgewinne jedoch auch! Deshalb ist es besser auf die Bewertung einzelner Unternehmen zu schauen, also auf die Aktienkurse in Relation zu den Gewinnen, als auf den Indexstand. Gemessen am gesamten Markt sind Aktien nicht mehr günstig, andererseits sind diese aber noch weit entfernt von früheren Hype-Phasen wie etwa dem Dotcom-Hype zur Jahrtausendwende. Zusätzlich muss man auch berücksichtigen, dass das Zinsniveau heute ganz anders ist als damals. Anders als vor 20 Jahren gibt es heute kaum noch attraktive Anlagealternativen. Somit ist die relative Attraktivität von Aktien ungleich höher als damals.

Bei der Auswahl einer richtigen Kapitalanlage sollte man also nicht auf den Indexstand bzw. nur auf die Kurse schauen, sondern auf das einzelne Unternehmen. Wie ist das Geschäftsmodell? Ist dieses zukunftsfähig? Hat das Unternehmen auch schon Stärke in früheren schwachen Marktphasen gezeigt? Entsprechende Fragen ließen sich an dieser Stelle noch vermehrt fortführen.

Steigende Zinsen

Vor einigen Tagen stieg die Umlaufrendite für 10-jährige US-Staatspapiere auf 1,42% an. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2020. Durch die steigenden Zinsen sinkt die Attraktivität von Aktien als Anlageklasse, und es drohen Kurseinbrüche auf breiter Front.

Wir glauben hingegen, dass die Zinsen für eine lange Zeit sehr tief bleiben. Die Situation sehr tiefer Zinsen war bereits vor der Coronazeit vorhanden. Covd-19 wirkt zusätzlich wie ein Trendbeschleuniger. Die Schulden der Staaten wachsen immer schneller – weltweit! Um diese dauerhaft bezahlen zu können, braucht es niedrige Zinsen. Trotzdem können Sie die Renditen am Anleihemarkt zeitweise erhöhen. Das sollte jedoch eher im kurzfristigen Bereich bleiben. Langfristig bleiben wir bei der Aussage, dass die Zinsen niedrig bleiben müssen!
Zuletzt schaffte es auch US-Notenbankchef Jerome Powell, bei seiner Anhörung im US-Kongress, die akute Angst vor weiter steigenden Anleiherendite zu lindern. Er erklärte, dass die Fed auf absehbare Zeit an ihren Wertpapierkäufen festhalten werde, um die Wirtschaft nach der Coronakrise anzukurbeln.

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Zinsen 10-jähriger US-Staatsanleihen Quelle: Investing.com / Stand 1. März 2021

Weitere Warnsignale

Buffett-Index:
Der sog. Buffett-Index setzt den Wert aller börsennotierten Unternehmen mit Hauptsitz in den USA ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes. Die Idee dabei ist, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann, wenn sich die Börsenbewertungen zu sehr von der Wirtschaftskraft entfernen. Mit einem Wert von fast 200 ist dieser Indexwert derzeit besonders hoch. Hierbei darf man jedoch nicht vergessen, dass die Wirtschaftskraft aufgrund der Pandemie derzeit stark eingeschränkt wird.

Ansturm von Kleinanleger:
Das Handelsvolumen ist zuletzt massiv gestiegen, weil auch mittlerweile so viele Kleinanleger an den Märkten mitmischen. Diese breite Masse birgt erhöhtes Panik- & damit Rückschlagpotential.

Geldpolitik:
Wie bereits erwähnt, spielt die US-Notenbank eine wichtige Rolle. Eine Gefahr könnte jedoch sein, wenn die Fed die Zinsen unangekündigt zu schnell anhebt. Fed-Chef Powell betont jedoch immer wieder, dass er Wert auf die Erholung des Arbeitsmarktes legt und notfalls die Inflation etwas höher laufen lässt.

Schulden:
Ein weiteres Risiko ist, dass die Investoren Inflationssorgen bekommen, weil die Regierungen hohe Schulden machen. Zum Thema Schulden & Inflation können Sie sich näher in unseren Blog-Beiträge vom 20. Januar bzw. 4. Februar 2021 informieren.

Zu hohe Erwartungen:
Sobald alle gegen Covid-19 geimpft sind, könnten Sorgen entstehen, dass die wirtschaftliche Realität nicht mit den derzeit hohen Erwartungen mithalten kann. Enttäuschungen könnte es demnach bei den Unternehmensgewinnen geben. Ein Beispiel anhand des DAX: Die 30 Unternehmen haben im abgelaufenen Jahr zusammengerechnet knapp 40 Milliarden Euro Nettogewinn eingefahren. Daran gemessen sind die Aktien teuer, da das DAX-KGV auf über 30 gestiegen ist. Da es jedoch keine alternativen Anlagemöglichkeiten gibt aufgrund der nicht vorhandenen Zinsen, ist solch eine Bewertung moderat.

Fazit

Die meisten Experten gehen jedoch davon aus, dass es keinen Crash gibt. Wir teilen diese Ansicht. Übrigens kommt ein Crash selten mit Ansage.

In der kommenden Zeit steht nun die Phase an, in der die Unternehmen ihre Gewinne steigern und in ihre Bewertungen hineinwachsen. Diese Phase könnte rund 2 Jahre dauern. Währenddessen ist immer mal wieder mit Kursrücksetzer zu rechnen, was zeitgleich auch Einstiegspotential birgt.

Wie eingangs gesagt:
Sorgen der Investoren sind manchmal sogar eher ein Grund zur Beruhigung als ein Warnsignal
– auch wenn das paradox klingen mag.

Wenn sich niemand Sorgen macht, dann bedeutet das in der Regel, dass alle voll investiert sind. Damit steigt die Gefahr, dass bei einem Rückgang der Kurse niemand übrig ist, der noch einsteigen und den Fall abbremsen kann.

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